Messeveranstaltungen lassen sich in Magdeburg sogar bis in die Anfänge der Stadt zurückverfolgen: auf dem kleinen Handelsplatz an der Furt gegenüber dem Slawengebiet. Ihre Tradition freilich beginnt mit der einsetzenden Industrialisierung. Die prosperierende Stadt brauchte ein überregionales Kommunikationszentrum. Auf der Rotehorninsel entstand bis 1922 das Messe- und Ausstellungszentrum. Erfolgreiche Ausstellungen wie die MIAMA von 1922 (Mitteldeutsche Messe für Siedlung, Sozialfürsorge und Arbeit) oder die weltweit wahrgenommene Deutsche Theaterausstellung von 1927 begründeten den Ruf der erfolgreichen Ausstellungsstadt Magdeburg. Von den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg erholte sich das Ausstellungsgelände auf der Rotehorninsel nur unvollkommen. Aktivitäten, die dem Begriff „Messe“ gerecht werden, entwickelten sich erfolgreich erst wieder seit 1992. „HAGEMA“ und „BAU mit“ gehörten zu den Publikumsrennern.
Mit den wachsenden Aufgaben und den zu lösenden logistischen Erfordernissen eines modernen Ausstellungsmanagements war die Verlegung der Messe in die Nähe des Elbauenparks erforderlich. Gute Anfahrtswege und das vorliegende Platzvolumen, kombiniert mit der wunderschönen Lage haben hier ein modernes, attraktives Messe- und Ausstellungszentrum für Magdeburg geschaffen: die MESSE MAGDEBURG.
Die beiden neuen Hallen auf dem 12.000 Quadratmeter großen Messegelände bieten modernste Technik. Die Freiflächen sind teilweise überdacht. Die Projektleitung der MESSE MAGDEBURG hat ihren Sitz in zwei Gebäuden des Tessenow-Garagen-Komplexes, einem Ensemble ehemaliger Panzerkasernen auf dem Gelände eines alten Militärstützpunktes, erbaut von einem wichtigen Architekten des Neuen Bauens, Heinrich Tessenow (1876-1950). Die Architektur der Messehallen lehnt sich an den schlichten Baustil Tessenows mit Holz, Stahl und Glas an.
Magdeburg hat Messe-Tradition
Man kann davon ausgehen, dass die Händler auf dem Handelsplatz an der Furt gegenüber dem Slawengebiet bereits ihre Produkte zeigten, sich Deutsche und Slawen über wirtschaftliche Krisenzeiten austauschten und neue Ideen
den Strom entlang weitergaben.
Seit 1922 ist Magdeburg auch Messestadt. Für die MIAMA, die im Trend der Zeit liegende, sehr erfolgreiche „Mitteldeutsche Messe für Siedlung, Sozialfürsorge und Arbeit“, entstand auf der Rotehorninsel ein Messe- und Ausstellungszentrum. Wilhelm Deffke, im selben Jahr als Direktor an die Handwerker- und Kunstgewerbeschule in Magdeburg berufen, betreut im selben Jahr auf Vorschlag des Stadtbaudirektors Bruno Taut die Messe „Der ZUCKER “ und schafft für diese das unvergleichliche schöne Bienenlogo. 1927 wird das Gelände um Stadthalle und Aussichtsturm anlässlich der Deutschen Theaterausstellung ergänzt, die diesmal alle internationalen Pforten aufstößt und Magdeburg zu einem Ausstellungsstandort par excellence und von Weltgeltung werden lässt. Einen Messebetrieb heutiger Art gibt es nach Weltkrieg und vierzig Jahren DDR erst seit 1992 in der Form von Regionalmessen wieder. Doch bald wird deutlich: Der Messestandort Rotehorn entspricht nicht mehr heutigen messelogistischen Mindestansprüchen. Es braucht einen neuen Standort und ein modernes Messehaus.
Mit der Eröffnung der BUGA am 23. April 1999 wird, direkt dem Gelände der BUGA angeschlossen, die neue MESSE MAGDEBURG eröffnet. Magdeburg ist zurückgekehrt in die Riege professioneller regionaler Aussteller. Die beiden neuen Hallen der heutigen Messegesellschaft, die ihre Verwaltungsgebäude in den unter denkmalspflegerischen Gesichtspunkten wieder aufgebauten Tessenowschen Panzergaragen hat, sind im Geiste des Architekten gebaut, der für die Überplanung des Gesamtgeländes, auf dem die Garagen stehen, zuständig gewesen ist, des Architekten Heinrich Tessenow. Es wurde auf jegliches Pathos zugunsten einer seriösen, handwerklich gekonnten, einfachen Ausführung verzichtet. Die betonte Einfachheit, die Vernunft und das gute Handwerk sind Tessenows Dreifaltigkeit in seinen Aussagen zur Architektur.
Das wollte der Erbauer der Messehallen auch. Sachlichkeit und Respekt vor der Tradition, natürliches und nachwachsendes Material, nämlich Holz und handwerkliche Sorgfalt gehören zum Grundrepertoire der Entwürfe des große Architekten und wurden darum auch für den Bau der Messehallen zu den Qualitätsstandards. Die beiden neuen Hallen dienen freilich nicht nur Messen, sondern geben auch, gelegen am Elbauenpark, Kongressen, Tagungen, Präsentationen ein eigenwilliges, sehr schönes Ambiente. Keine Frage, dass auch der Nachtflohmarkt in Magdeburg Tausende in die Messehallen lockt.
Zu den regionalen Messen der MESSE MAGDEBURG gehören die AIR MAGDEBURG, die MAGDEBOOT, die PERSPEKTIVEN, die MAGDEBURGER MEERESANGELTAGE, die TIERWELT und das HERBSTGEFLÜSTER.
Durch die Modernisierung und Erweiterung 2010 wurde die MESSE MAGDEURG zu einem Ausstellungs- und Tagungszentrum.
Ehemalige Kaserne in der Tessenowstraße 1 - 15, 1937 - 1939
Aufgrund seiner indifferenten Einstellung zur Architektur des Nationalsozialismus erhält Heinrich Tessenow nach 1933 kaum noch größere Architekturaufträge bzw. er zieht sich aus eigener Entscheidung weitgehend aus der Tätigkeit als Architekt zurück. Sein ehemaliger Student und mehrjähriger Assistent Albert Speer, der inzwischen ministeriale Funktionen wahrnimmt, behält Kontakt zu Tessenow und bewahrt ihn damit vor Repressalien des Dritten Reiches. Aus finanziellen Erwägungen heraus übernimmt Tessenow die von seinem Freund General Otto vermittelte Planung für ein Ehrenmal und die Kasernenanlage in Madeburg.
Im Sommer 1939 wird die Kaserne, nach vielen Auseinandersetzungen mit dem Heeresbauamt, fertig gestellt. Werksteinverkleidung, Wandrisalite, Balkengesimse, Eingangsportale und turmartige Dacherker sind Details, die auf Tessenows Anpassung schließen lassen, soweit sie nicht durch den Auftraggeber vorgegeben sind. Tessenow entwirft auch die Inneneinrichtung der Gebäude und die gärtnerischen Anlagen.
1945 werden Soldaten der Sowjetarmee in der Kaserne stationiert. Im Februar 1993 räumt die Armee die letzten Anlagen des Militärgeländes, und nach Rekonstruktion und Sanierung der Gebäude erfolgt eine Umnutzung durch Dienststellen der öffentlichen Verwaltung. Auch die ehemaligen Kfz- und Panzergaragen sind einer neuen Nutzung zugeführt.
Quelle: Magdeburg – Architektur und Städtebau/ Landeshauptstadt Magdeburg, Stadtplanungsamt
Halle an der Saale: Stekovics 2001, S. 308
MESSE MAGDEBURG
Ausstellungs- und Tagungszentrum
Tessenowstraße 9a
39114 Magdeburg
Tel. 0391 5934-483
MVGM GmbH
Tessenowstraße 5a
39114 Magdeburg
Tel. 0391 5934-50
E-Mail
Ansprechpartner
deutsch4. Februar 12
SCHWANENSEE
getanzt vom Bolschoi Ballett
10. Februar 12
DIETER HALLERVORDEN & HARALD EFFENBERG
Stationen eines Komödianten
4. März 12
SimsalaGrimm
Das Märchenmusical
9. - 11. März 12
MAGDEBOOT
die Wassersportmesse
10. März 12
ZAUBER DER TRAVESTIE
die schräg-schrille andere Revue
10. März 2012
OLIVER POCHER
Die Wahrheit, und nichts als die Wahrheit