Jahrtausendturm - Ausstellung

Geschichte lebendig? Wissenschaft hautnah

Waren Sie schon einmal in einer Ägyptischen Grabkammer? Wie sieht es in einer Alchimistenküche aus? Haben Sie den bekannten Halbkugelversuch des berühmten Magdeburger Bürgermeisters Otto von Guericke schon einmal selbst durchgeführt?
Auf all diese Fragen und auf noch viele andere finden Sie im Jahrtausendturm Antworten.

Anfassen und ausprobieren erwünscht! Die interaktive Zeitreise ist von April bis Oktober zu besichtigen.

Über 6000 Jahre Wissenschafts- und Technikgeschichte der Menschheit werden auf über 8.000 m² Ausstellungsfläche auf 6 Etagen anschaulich und anfassbar dargestellt. Den Besucher erwarten mehr als 250 Exponate sowie mehrere hundert informative Schautafeln (deutsch/englisch).

 

Folgende Ausstellungsebenen führen zur Turmspitze: 

Publikationen

Ausführliche Publikationen exklusiv an den Tageskassen im Elbauenpark Magdeburg:
- Jahrtausendturm-Wegweiser (deutsch-englisches Leporello)
- Der schiefe Turm von Magdeburg, Stiftung Zürcher Forum, 141 Seiten, Bildband

Ebene 1: Von der Frühgeschichte zur Antike bis 500 u.Z., incl. Foucaultsches Pendel

Schon beim Betreten des Kuppelsaales, der sich mit einer Höhe von rund 20 Meter als größter offener Raum des Turmes präsentiert, werden Sie beeindruckt sein. Im Zentrum des Kuppelsaales erwartet Sie das jüngste Exponat, das Foucaultsche Pendel. Es liefert den bekanntesten und anschaulichsten Beweis für die Drehung der Erde um die eigene Achse.

Erfahren Sie  Öffnet einen internen Link im aktuellen Fenstermehr zum Foucaultsche Pendel

Auf der gegenüberliegenden Seite sehen Sie einen griechischen Tempel, rechterhand können Sie über eine römische Straße flanieren - doch eines nach dem anderen.
Die erste Ebene stellt Ihnen die Zeit von der menschlichen Frühgeschichte bis zum Ende des Römischen Reiches vor. Der Rundgang beginnt zur Linken mit einem "Abstieg" in die menschliche Frühgeschichte. Die Ausgrabungsstätte gibt den Blick frei auf die Ältesten nachweisbaren menschlichen Fußspuren, Fertigkeiten und Fähigkeiten unserer Vorfahren. Gleich darauf gelangen Sie, vorbei am Stadtmodell Babylons (um 500 v.u.Z.), in eine Altäyptische Grabkammer. Nur durch den "Gang der Erleuchtung" kommen Sie wieder ins Freie und stehen vor dem riesigen Modell eines Nilschiffs. Auch das antike Griechenland mit seinen wissenschaftlichen und philosophischen Leistungen wird vorgestellt. So können Sie die Gültigkeit des Satzes des Pythagoras selbst erproben oder eine Tür öffnen lassen, ohne elektrischen Strom oder mechanische Kräfte. Allein eine kleine Flamme kann die Tempeltür bewegen.
Für die sportlichen Besucher bietet die Archimedes-Schraube am römischen Aquädukt die Möglichkeit, Wasser mit Hilfe eines Laufrades einige Meter hinaufzupumpen. Andere ruhen sich lieber im Garten des römischen Hauses aus, bevor der "beschwerliche" Aufstieg in die zweite Ebene bevorsteht.

Ebene 2: Mittelalter 500 bis 1500

Diese Epoche gilt allgemein als dunkle Zeit, in der die Menschheit sich weniger auf Forschung und Wissenschaft als vielmehr auf Kriege und Schlachten konzentrierte. Diese Ansicht wird im Jahrtausendturm eindeutig widerlegt. Vor allem der arabisch-persische Raum war um 1000 ein Zentrum für Forschung und Wissenschaft im Mittelalter. Aber auch in Europa war so manch wichtige Erfindung und Entdeckung zu vermelden. Zu Beginn des Rundgangs werden noch antike Ansichten zu Astronomie und Medizin vorgestellt. Gleich danach begeben Sie sich in den arabischen Raum. Das aus Arabien stammende Schachspiel wird genauso beleuchtet wie auch der Einfluss Arabiens auf unser Zahlensystem und unsere Sprache. Die Verbreitung des Christentums und die Entstehung des Klosterwesens stehen im Mittelpunkt des folgenden Abschnitts. Wer einmal den Nutzen eines Steigbügels ausprobieren möchte, kann dies an einem Holzpferd tun. Und anschließend werden die "5 einfachen Maschinen des Altertums" vorgestellt, die im Mittelalter zur täglichen Nutzung kamen. Pumpe, Wasserrad, Schiefe Ebene, Kurbel und Flaschenzug können natürlich auch ausprobiert und auf ihre Wirkungsweise untersucht werden.

Ebene 3: Frühe Neuzeit 1500 bis 1750

Mit dem Beginn der Frühen Neuzeit (auch als Renaissance bekannt) im 16. Jahrhundert trat das Streben nach Wissen und Entwicklung wieder in den Vordergrund. Besonders Philosophen und Naturforscher wie Leonardo da Vinci oder auch Martin Luther prägten diese Zeit. Das Streben nach Wissen überwand bis dahin gültige Dogmen und Denkweisen. Dabei mussten auch die veralteten Ansichten der mächtigen Kirchenfürsten überwunden werden. So vollzog sich beispielsweise ein Wandel in der Medizin von der "Säftelehre" des Hippokrates hin zu einer neuzeitlichen Medizin oder die Diskussion um die Gestalt und Form der Erde wurde neu entfacht. Die dritte Ebene des Jahrtausendturms ist dieser Zeit gewidmet. Bereits zu Beginn erwartet Sie eine originalgetreu nachgebaute Alchimisten-Werkstatt, die einen Eindruck von Leben und Wirken der Alchimisten vermittelt. Die Medizin der Frühen Neuzeit wird im Folgenden vorgestellt. Einem der wichtigsten Vertreter der Frühen Neuzeit, Leonardo da Vinci, ist der nächste Bereich gewidmet. Er gilt noch heute als einer der größten Universalgelehrten seiner Zeit. Im Anschluss setzt sich die Ausstellung mit der Rolle der Kirche in dieser Umbruchphase auseinander. Die "Kopernikanische Wende" in der Astronomie und die erste nachweisliche, körperliche Darstellung der Erde als Kugel werden im Anschluss vorgestellt. Der größte Bereich der Ebene beschäftigt sich mit der Physik und ihren Phänomenen. In zahlreichen Versuchen können hier Entdeckungen von Galileo Galilei, Isaac Newton oder Otto von Guericke nachvollzogen werden. Zum Schluss steht noch eine kurze Reise durch die Mathematik und die Logik an, um sich danach von der unteren Kuppelhalle des Jahrtausendturms zu verabschieden und die vierte Ebene zu ersteigen.

Ebene 4: Die Zeit von 1650 bis 1850

Nachdem Sie die Kuppelhalle verlassen haben, bewegen Sie sich nun auf den oberen, geschlossenen Ebenen des Turms. Bis zur Aussichtsebene stehen Ihnen noch einige Ebenen bevor. Mit der Herausbildung der klassischen Wissenschaften ab dem 17. Jahrhundert erreichte die Entwicklungsgeschichte einen neuen Stand. Der Forschergeist der Menschen wurde nun nicht mehr durch zufällige Entdeckungen bestimmt, sondern zu einer systematischen Erforschung der Welt und ihrer Phänomene genutzt. Die vierte Ebene des Jahrtausendturms beschäftigt sich mit den Anfängen der verschiedenen Wissenschaften von der Medizin bis zur Physik. So kann man hier einen Nachbau des berühmten Hevelius-Fernrohres bewundern und mit diesem den Magdeburger Dom betrachten. Auch ein Modell des ersten Mikroskops ist ausgestellt. Dazu kommen verschiedene Experimente, die sich mit der menschlichen Wahrnehmung auseinandersetzen. So kann man im "Schiefen Raum" sehen, wie Menschen größer oder kleiner wirken.

Ebenen 4.1 bis 5: Die Zeit von 1750 bis heute

Diese drei kleineren Teilbereiche stehen im Zeichen der Elektrizität, des Magnetismus und der Astronomie. Auch die Relativitätstheorie wird erörtert. Auf Ebene 4.1. befindet sich zudem der Hörsaal, der für verschiedenste Veranstaltungen genutzt werden kann. Wenn Sie nun in die fünfte Ebene hinaufsteigen, werden Sie mit aktuellen Forschungsprojekten der Magdeburger Otto-von-Guericke-Universität konfrontiert. Hier können Sie schon heute sehen, was unsere Zukunft bestimmen wird. Bevor Sie den einmaligen Ausblick von der Aussichtsebene genießen können, haben Sie auf der fünften Ebene die Möglichkeit, über das Gesehene und Erlebte nachzudenken und sich mit der Menschheit aus philosophischer Sicht auseinander zusetzen.

Ebene 6: Aussichtsebene mit Panoramaaussicht

In 42 Metern Höhe, auf der Spitze des Jahrtausendturmes angekommen, wartet ein wunderbares Panorama der Landeshauptstadt Magdeburg auf Sie.
Hier liegt Ihnen der Elbauenpark mit seinen Attraktionen zu Füßen und Sie können schon das nächste Ziel Ihres Besuches ins Auge fassen
Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterAttraktionen

Foucaultsches Pendel auf der Ebene 1

Pendelseil:
Die Pendellänge beträgt etwa 42,0 m, wodurch sich eine Schwingungsdauer von ca. 12,9 s ergibt. Die maximale horizontale Auslenkung beträgt 1,0 m. Das Pendelseil besteht aus gedrilltem Stahldraht (7 x 19) von 2,5 mm Durchmesser.

 

Pendelkörper:
Der Pendelkörper ist eine Messinghohlkugel mit Innengewicht und hat einen Durchmesser von 0,40 m und eine Masse von ca. 50 kg.

 

Aufhängung:
Als Aufhängung wurde eine rotationssymmetrische Einspannung mit Charron-Ring gewählt. Durch den Charron-Ring unterhalb des Aufhängepunktes wird die Pendelschwingung annähernd eben gehalten.

 

Entdämpfung:
Zum Ausgleich von Reibungsverlusten wird das Pendel von einem ringförmigen Elektromagneten im Zentrum der Bodenplatte angetrieben. Die Synchronisation erfolgt mit einem Reflex-Optokoppler, der den Nulldurchgang des Pendels registriert. Die Einschaltphasen des Magnetfeldes sind am Aufleuchten der roten Lampen um das Zentrum der Magnetspule zu erkennen.

Versuchsnachweis

Zum Nachweis des Foucault-Effektes dienen 81 Messingstifte, die in einem Kreis um das Zentrum der Bodenplatte aufgestellt sind. Die Pendelkugel stößt unter idealen Bedingungen im Durchschnitt innerhalb von 11m 23s einen Messingstift um. Nach der Hälfte der Umlaufzeit der Schwingungsrichtung, also nach ca. 15h 10m, hat die Pendelkugel alle Stifte zu Fall gebracht.

Mehr Infos

Mehr Info. zur Ausstellung von der Otto von Gurericke Gesellschaft, die für diese verantwortlich ist.

Danksagung

Für die große Unterstützung bei der Realisierung des Foucaultschen Pendelversuches im Jahrtausendturm danken wir insbesondere:

Dr. rer. nat. habil. Peter Streitenberger, Otto-von-Guericke-Universität
Dr.-Ing. habil. Peter Lorenz, Hohenwarthe
Norex GmbH, Biederitz
Metallbau Meyer und Sohn, Burg
NKE GmbH in Zusammenarbeit mit dem Institut für Experimentelle Physik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Hausanschrift

Jahrtausendturm im Elbauenpark
Tessenowstraße 5a
39114 Magdeburg
Tel. 0391 5934-263

Firmenanschrift

MVGM GmbH
Tessenowstraße 5a
39114 Magdeburg
Tel. 0391 5934-50
E-Mail
Ansprechpartner

 

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Tessenowstraße 5a
39114 Magdeburg
Tel. 0391 5934-50